Beim Gemeindeabend haben wir uns auf eine spannende Spurensuche durch die Architektur der Universität Regensburg begeben. Nach einem Wortgottesdienst, der die Bilder des „Himmlischen Jerusalem“ und des „Zeltes Gottes auf Erden“ in den Mittelpunkt stellte, öffnete uns Prof. Peter Scheuchenpflug den Blick für die Geheimnisse des universitären Bauensembles – und outete sich augenzwinkernd als Fan des Brutalismus.
In der Uni-Kapelle erschlossen wir uns didaktisch kreativ die Symbolik der Architektur: Mithilfe eines rezeptionsästhetischen Dreiecks und in Gruppenarbeit entdeckten wir den Sinn von Sichtbeton als „ehrlicher Bauweise“, das Wechselspiel von industriellen Fertigteilen und individuellen Bauelementen sowie die Anleihen an den Kirchenbau, die Architekt Alexander Freiherr von Branca besonders in der Uni-Kapelle und der Zentralbibliothek verwirklicht hat.
Ein kurzer Rundgang über den zentralen Platz an der Kugel ließ weitere Details sichtbar werden: Brücken und Balkone verbinden die Gebäudeteile, eine monumentale Treppe erinnert an die Spanische Treppe in Rom, Sichtachsen öffnen den Blick Richtung Dom, Altstadt und Karthause. Selbst vermeintliche Nebensächlichkeiten wie „falsche“ Wasserspeier oder schießschartenartige Elemente erwiesen sich als Teil einer faszinierenden architektonischen Gesamtidee. Ein Gemeindeabend, der gezeigt hat: Die Universität erzählt Geschichten – man muss nur genau hinsehen.