»Mose und das Judentum«

Am Diens­tag (22. Juni) fand unser Gemein­de­abend zusam­men mit der ESG im Alum­neum am Ölberg statt. Wir kamen zu einem Vor­trag von Prof. Carl Ehr­lich mit dem Thema »Mose und das Juden­tum«. Prof. Ehr­lich lehrt Hebräi­sche Bibel und Bib­li­sche Archäo­lo­gie an der York-University in Toronto, Kanada und hält sich zur Zeit im Rah­men einer Gast­pro­fes­sur in Deutsch­land auf.

Achad Ha'am

Achad Ha’am

In sei­nen Aus­füh­run­gen zu der für das Juden­tum so zen­tra­len Gestalt des Mose ging Prof. Ehr­lich vor allem auf die Aus­le­gungs­tra­di­tion der Midra­schim ein, wie sie von den Rab­bi­nen in Aus­ein­an­der­set­zung mit der Über­lie­fe­rung ent­wi­ckelt wurde. Prof. Ehr­lich ori­en­tierte sich dabei an einem Wort des jüdi­schen Poli­ti­kers und Reli­gi­ons­ge­lehr­ten Achad Ha’am: Es komme für das Juden­tum nicht dar­auf an, wer Mose his­to­risch gewe­sen sei oder ob es ihn über­haupt gege­ben habe, son­dern wich­tig sei ein­zig und allen das Bild des Mose im Her­zen eines jeden (glau­ben­den) Men­schen. Hier begeg­nen wir einem Ver­ständ­nis von gött­li­cher Offen­ba­rung als einem dia­lo­gi­schen Gesche­hen, bei dem es ent­schei­dend immer auf die krea­tive, bei­nahe poe­ti­sche Ant­wort des Men­schen ankommt, um den Anruf Got­tes in die eigene Zeit und das eigene Leben zu übersetzen.

Mit sei­nen äußerst fun­dier­ten und gleich­zei­tig humor­voll vor­ge­tra­ge­nen Aus­füh­run­gen hat uns Prof. Ehr­lich einen span­nen­den Abend bereitet!

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