In Kürze werden wir zusammen mit den Verantwortlichen der Pfarrei St. Paul und dem zuständigen Referenten im Ordinariat den zukünftigen Ort für unsere KHG-Sonntagsgottesdienste festlegen.Von seiten der KHG gehen wir mit einem klaren Votum in die Besprechung: die Mitglieder unseres gewählten studentischen Gemeinderats und weitere befragte Studierende sprechen sich ebenso wie das Team der Hauptamtlichen einmütig für einen Verbleib des Sonntagsgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Paul aus. Die nun schon seit etlichen Jahren schwelende, teil sehr belastende Diskussion über den passenden Gottesdienstort sollte damit ein Ende gefunden haben.
Das Experiment, den Gottesdienst für einige Wochen in die Innenstadt zu verlagern, war dennoch sehr aufschlussreich, weil es viele neue Erkenntnisse gebracht hat und nun klarer erkennen lässt, auf welchen Wegen der KHG-Gottesdienst attraktiver werden könnte.
Vor allem wurde deutlich, dass die Frage des Gottesdienstortes keine solch entscheidende Rolle spielt, wie bisher gedacht. Vielmehr hat wohl jeder Standort Vor– und Nachteile, die sich unterm Strich aufheben. Die Erreichbarkeit von St. Paul mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist zwar nicht optimal, aber offenbar nicht soviel schlechter, dass sich daraus ein erkennbarer Standortnachteil ergeben würde.
In St. Katharina haben wir an allen vier Sonntagen im Mai eine Besucherzählung durchgeführt; in St. Paul an allen Sonntagen im Juni und an den ersten drei Juli-Sonntagen. Zu den Gottesdiensten in St. Katharina kamen jeweils zwischen 29 und 45 Besucher (im Schnitt 36), zu den Gottesdiensten in St. Paul konstant zwischen 50 und 60 (im Schnitt ca. 55; ohne Chöre / Bands und liturgischen Dienst).
Die in beiden Kirchen durchgeführten detaillierten Besucher-Befragungen erbrachten in keinem Punkt (Eignung und Ästhetik des Gottesdienstraums, Erreichbarkeit, zukünftige Bereitschaft wiederzukommen) klare Vorteile für einen der beiden Orte, in puncto Erreichbarkeit eher eine leichte Präferenz für St. Paul.
Als klare Konsequenz unseres Experiments ergibt sich aus unserer Sicht das Bestreben, den Standort St. Paul nun intensiv zu stärken. Unser Ziel muss es sein, unseren Gottesdienst auch über den engeren Kreis der KHG hinaus bekannt zu machen. Wir haben dabei besonders die nachstehenden Gruppen im Auge:
- Studierende, die sich nicht enger der KHG anschließen, sondern einfach einen ansprechenden, ihnen gemäßen Gottesdienst besuchen wollen
- junge Erwachsene, die sich nach Beendigung eines Studiums aufgrund ihrer Lebenssituation (noch) nicht einer Pfarrgemeinde zugehörig fühlen und unseren Gottesdienst wegen der besonderen inhaltlichen und / oder musikalischen Gestaltung aufsuchen
- sonstige jüngere (manchmal auch nicht mehr ganz junge) Leute, die religiös-spirituell nach Orientierung suchen und sich dafür ein vertrauenswürdiges Angebot wünschen
Regensburg ist nach wie vor ein sehr regional geprägter Studienort, viele – gerade die kirchlich gebundenen Studierenden / jungen Erwachsenen – verbringen das Wochenende am Herkunftsort. Zum KHG-Gottesdienst werden sie daher nicht einfach aus Gewohnheit kommen, sondern nur dann, wenn sie den Eindruck haben, dass es sich für sie wirklich lohnt, diesen Ort ganz bewusst aufzusuchen. Um sie anzusprechen, möchten wir in den kommenden Wochen und Monaten vor allem die folgenden Überlegungen näher ausloten:
- der KHG-Gottesdienst sollte durch eine Kombination aus Liturgie, Predigt, Musik und evtl. auch einem sprechenden Namen zu einer „Marke“ ausgebaut werden, die für junge Leute in Regensburg ein Begriff ist (an anderen Hochschulorten wurden solche Konzepte sehr erfolgreich erprobt)
- gewisse problematische Charakteristika der Kirche St. Paul (Größe / Zerstreuung der Gemeinde, allzu nüchterne Ästhetik) sollten durch die Eigenart der Gestaltung (z.B. „Lichtregie“) ausgeglichen werden
- die Uhrzeit für den Gottesdienst sollte kritisch (aber mit Bedacht!) überprüft werden; in etlichen Hochschulgemeinden wurden mit einem deutlich späteren Termin (20.00 h oder 21.00 h) gute Erfahrungen gemacht; daraus ergäben sich evtl. auch erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten
Zu Erörterung dieser Fragen (und grundsätzlich zur lebendigeren Gestaltung der Liturgie) haben wir beschlossen, einen offenen Liturgiekreis zu gründen, der sich jeden Sonntagabend im Anschluss an den Gottesdienst trifft. Neben den Hauptamtlichen und den studentischen Gemeinderäten können alle weiteren Interessierten zwanglos daran teilnehmen. Wir hoffen, dass uns die Pfarrei St. Paul hierfür einen geeigneten Raum zur Verfügung stellt. Über alle weiteren Entwicklungen halten wir Euch natürlich auf dem Laufenden; wir freuen uns auch über Eure Rückmeldungen und Anregungen!
