KHG on tour: Innenstadtkirchen auf dem Prüfstand

Ver­gan­ge­nen Frei­tag (3. Juli) erkun­dete eine sie­ben­köp­fige Gruppe der KHG aus­ge­wählte Kir­chen der Regens­bur­ger Innen­stadt auf der Suche nach einem geeig­ne­ten Ort für unsere Sonntagsgottesdienste.

Kirchentour1Kirchentour2Wir began­nen unsere Tour in St. Mang (Pfar­rei St. Andreas). Innen­stadt­seel­sor­ger Pfr. Dr. Wer­ner Schrü­fer erläu­terte uns die Vor­züge der Kir­che: St. Mang ist eine typi­sche baye­ri­sche Roko­ko­kir­che, mit präch­ti­ger, sehr freund­li­cher und hel­ler Innen­aus­stat­tung. Der Kir­chen­raum bie­tet Platz für mehr als 200 Per­so­nen, trotz­dem lässt sich mit einem guten Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl Got­tes­dienst fei­ern. Von sei­ten der Pfar­rei wird eine her­vor­ra­gende Infra­struk­tur gebo­ten mit Mes­ner, Pfarr­heim und wei­te­ren Räum­lich­kei­ten der unmit­tel­bar angren­zen­den Hoch­schule für Kir­chen­mu­sik. Für regel­mä­ßige Abend­got­tes­dienste am Wochen­ende ist die KHG in der Pfar­rei sehr will­kom­men. Neben der zen­tra­len Lage mit guter Erreich­bar­keit zu Fuß, den öffent­li­chen Nah­ver­kehr sowie mit Auto (viele Park­plätze in der Nähe) und Fahr­rad spricht für die­sen Stand­ort auch die Mög­lich­keit von evtl. Kooperations-Projekten mit der Hoch­schule für Kir­chen­mu­sik. Auf­grund der noch bis min­des­tens 2011 beein­träch­ti­gen Brücken-Verbindung ist die Erreich­bar­keit mit dem Auto aller­dings eingeschränkt.

Kirchentour3Nächste Sta­tion war nur ein paar Schritte wei­ter die Spi­tal­kir­che St. Katha­rina. Eben­falls sehr zen­tral fast direkt an der Stei­ner­nen Brü­cke gele­gen, ist die Kir­che doch etwas ver­steckt im Gesamt­kom­plex des Spi­tals zwi­schen Braue­rei und Senio­ren­heim. Den­noch ist die Kir­che gut zu fin­den, was auch die sehr posi­ti­ven Erfah­run­gen, den wir mit einem Got­tes­dienst dort im ver­gan­ge­nen Win­ter gemacht hat­ten, bele­gen. St. Katha­rina ist eine kleine, aber doch nicht beengte Kir­che, die Platz für mehr als 100 Besu­cher bie­tet (von denen ein Teil aller­dings rela­tiv weit hin­ten unter bzw. auf der Empore plat­ziert sein müsste). Die lit­ur­gi­schen Orte (Altar, Ambo, Stuhl– bzw. Bank­rei­hen) sind klar ange­ord­net und ermög­li­chen Fei­ern, in denen eine klei­nere bis mitt­lere Gruppe sich wohl und ver­bun­den füh­len kann. In der Kir­che ist eine Orgel vor­han­den, die zwar mit dem her­aus­ra­gen­den Instru­ment in St. Mang nicht mit­hal­ten kann, aber den­noch eine sinn­volle musi­ka­li­sche Gestal­tung unse­rer KHG-Gottesdienste erlau­ben würde. Inwie­weit die kleine Pfar­rei und die Spi­tal­stif­tung die KHG auf regel­mä­ßi­ger Basis auf­neh­men wür­den und wel­che Vor­ga­ben wir beach­ten müss­ten, bedarf noch der Klärung.

Kirchentour4Nach St. Katha­rina ging es über die Donau und wir besuch­ten das kleine Kirch­lein St. Leon­hard, das zur Pfar­rei Herz Jesu gehört. Es liegt nur ein paar Schritte vom Arnulfs­platz ent­fernt und ist damit sowohl zu Fuß wie mit allen wich­ti­gen Bus­li­nien her­vor­ra­gend erreich­bar. St. Leon­hard wurde erst vor kur­zem grund­le­gend reno­viert und ist innen noch nicht wie­der voll­stän­dig aus­ge­stat­tet. Die Kir­che wirkt trotz der gerin­gen Größe aus­ge­spro­chen freund­lich, licht und weit. Bei ent­spre­chen­der Ein­rich­tung sollte der Raum exzel­lente Vor­aus­set­zun­gen für eine anspre­chende Lit­ur­gie bie­ten. Wie­viele Besu­cher Platz fin­den, lässt sich erst ein­schät­zen, wenn der Innen­raum wie­der mit Bän­ken oder Stüh­len gefüllt ist. Für eine etwas grö­ßere Gemeinde könnte der ver­füg­bare Platz aller­dings doch recht eng wer­den. Da noch einige Reno­vie­rungs­maß­nah­men aus­ste­hen, gibt es für die Kir­che noch kein fes­tes Nut­zungs­kon­zept. Für die KHG bestünde damit die Chance, sich früh­zei­tig ein­zu­brin­gen; ande­rer­seits wis­sen wir natür­lich auch noch nicht genau, was kon­kret dabei auf uns an Rah­men­be­din­gun­gen und Mög­lich­kei­ten zukom­men würde. Grund­sätz­lich aber wären wir in der Pfarr­ge­meinde Herz Jesu als regel­mä­ßige Gäste willkommen.

Am Ende unse­res Rund­gangs stand die Ägidi­en­kir­che, die nahe St. Emmeram – und damit abso­lut zen­tral in der Innen­stadt – liegt. Wie St. Katha­rina ist auch diese Kir­che an ein Senio­ren­stift ange­glie­dert. Der Kir­chen­raum ist von bei­nahe opti­ma­ler Größe: nicht zu groß für eine gute Atmo­sphäre im Grup­pen­got­tes­dienst, aber doch groß genug, falls die KHG-Gottesdienste mehr Zulauf gewin­nen soll­ten (was ja auch eines unse­rer Ziele ist). Lei­der wirkt die Kir­che aber sehr düs­ter, die lit­ur­gi­schen Orte und die Situa­tion der Gemeinde erschei­nen für ein­la­dende Got­tes­dienste ungüns­tig. Eine Orgel ist vor­han­den, aller­dings offen­bar nicht von beson­ders guter Qua­li­tät. Ob sich die KHG für regel­mä­ßige Got­tes­dienst­fei­ern in der Kir­che ein­quar­tie­ren könnte und wel­che Bedin­gun­gen hier­bei zu beach­ten wären, ist im Augen­blick noch völ­lig unklar.

Eine Reihe wei­te­rer Kir­chen in der Innen­stadt haben wir nicht näher in Augen­schein genom­men. Ent­we­der gibt es dort am Sonn­tag­abend bereits regel­mä­ßige Pfarr­got­tes­dienste, die die KHG nicht ver­drän­gen kann, oder die Kir­chen sind schlicht zu groß, wie uns am Bei­spiel der Domi­ni­ka­ner­kir­che St. Bla­sius deut­lich wurde, in die wir einen kur­zen Blick wer­fen konnten.

Bei einer kur­zen Abschluß­re­fle­xion in einem Eis­café am Neu­pfarr­platz haben wir eine vor­läu­fige „Rang­liste“ der besich­tig­ten Kir­chen erstellt und uns auf das wei­tere Vor­ge­hen verständigt.

  • Platz 1 und 2 tei­len sich mehr oder weni­ger gleich­be­rech­tigt St. Katha­rina und St. Leon­hard. Der Wunsch nach einem über­schau­ba­ren Got­tes­dienst­raum, in dem ein ech­tes Gemein­schafts­ge­fühl beim Got­tes­dienst ent­ste­hen kann, gab hier­für den Ausschlag.
  • Auf dem drit­ten Platz folgt St. Mang. Für diese Kir­che spre­chen die her­vor­ra­gende Infra­struk­tur und die Ver­bin­dung zur Hoch­schule für Kir­chen­mu­sik. Aller­dings ist der Raum doch wie­der so groß, dass die Gefahr der Ver­ein­ze­lung – ähnlich wie in St. Paul – besteht. Dies wird dadurch ver­schärft, dass anders als in St. Paul wohl nur wenige Got­tes­dienst­be­su­cher aus der Pfar­rei zu erwar­ten sind.
  • Abge­schla­gen auf dem letz­ten Platz lan­det die Ägidi­en­kir­che. Sie ist ein­fach zu dun­kel und unfreundlich.

Das Team der KHG wird also in Kürze mit den Ver­ant­wort­li­chen für St. Leon­hard und St. Katha­rina das Gespräch suchen, um kon­krete Mög­lich­kei­ten in die­sen Kir­chen aus­zu­lo­ten. Dane­ben bleibt aber auch die Ver­bes­se­rung der Situa­tion in St. Paul eine zen­trale Option: wir sind in die­ser Kir­che und der Pfarr­ge­meinde sehr gut auf­ge­nom­men und kön­nen einen Wech­sel nur wagen, wenn ganz ein­deu­tige und klar fass­bare Vor­teile dafür sprechen.

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