„Erlöster müssten sie mir aussehen“ – Tage der Stille in Hofstetten

„Erlös­ter müss­ten sie mir aus­se­hen« — unter die­sem, von Fried­rich Nietz­sches „Zara­thus­tra« geborg­ten Motto kamen 14 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer am Wochen­ende vom 15. bis 17. Februar ins Apos­to­lats­haus der Pal­lot­ti­ner nach Hof­stet­ten bei Fal­ken­stein, um sich gemein­sam Gedan­ken zu machen, was das Wort „Erlö­sung«, das wir oft so selbst­ver­ständ­lich und gedan­ken­los gebrau­chen, für unser per­sön­li­ches Leben bedeu­ten könnte.

Tage der Stille 08Den Ein­stieg bil­dete am Frei­tag Abend ein Film des fin­ni­schen Regis­seurs Aki Kau­ris­mäki „Der Mann ohne Ver­gan­gen­heit«. In den Erfah­run­gen der Akteure scheint auf unter­schied­li­che Weise eine Ahnung von Erlö­sung auf, die sich durch Situa­tio­nen des ganz nor­ma­len, oft tra­gi­ko­misch gefärb­ten All­tags ver­mit­telt: Die Haupt­per­son M. ver­liert durch einen bru­ta­len Über­fall das Gedächt­nis und erhält somit unver­hofft die Chance, frei von den Las­ten der Ver­gan­gen­heit, ein neues Leben zu begin­nen. Auch die Men­schen, die ihm auf die­sem Weg begeg­nen, wer­den durch die gemein­sa­men Erleb­nisse mit ihm aus Zwän­gen und Abhän­gig­kei­ten erlöst.
Sol­cher­ma­ßen ange­regt ver­suchte die Gruppe am Sams­tag Vor­mit­tag in einem Schreib­ge­spräch, sich über das je eigene Ver­ständ­nis von Erlö­sung und die damit ver­knüpf­ten eige­nen Erfah­run­gen klar zu wer­den. Das per­sön­li­che Erle­ben wurde dann am Nach­mit­tag ange­rei­chert durch die Sicht­weise der Bibel und der Berichte vom erlö­sen­den Han­deln Jesu in den Evan­ge­lien. In einem Bibel­ge­spräch in Unter­grup­pen zeigte sich vor allem, dass die Heils­be­deut­sam­keit von Jesu Leben und Ster­ben sich auf sein gesam­tes Leben und Wir­ken: auf die Ver­kün­di­gung des Got­tes­rei­ches, die Hei­lung der Kran­ken, die Ver­ge­bung der Sün­den und die Ver­söh­nung aller Men­schen mit Gott bezieht. Wie schon tags zuvor wurde auch der Sams­tag mit dem gemein­sa­men Abend­ge­bet beschlos­sen und klang im gemüt­li­chen Bei­sam­men­sein aus.
Am Sonn­tag Vor­mit­tag gab es die Mög­lich­keit, im Gespräch das Ver­ständ­nis von Erlö­sung in Theo­lo­gie und Phi­lo­so­phie zu beden­ken. Dabei zeigte sich, dass auch unter dem Vor­zei­chen der Moderne die Sehn­sucht nach Erlö­sung kei­nes­wegs zum Erlö­schen gekom­men ist, son­dern nach wie vor auf jene Erfül­lung war­tet, die Jesus Chris­tus ver­spricht. Mit der Feier des Sonn­tags­got­tes­diens­tes in der Gruppe fan­den diese Tage dann zugleich Höhe­punkt und Ausklang.

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