»Wir sind Iran!« – Jugendprotest und digitaler Widerstand in der Islamischen Republik

Aus Anlass der aktu­el­len Situa­tion im Iran hat­ten wir für den ver­gan­ge­nen Mon­tag, 06. Juli im KHG-Café am Wei­her­weg einen The­men­abend orga­ni­siert. Im Gegen­satz zu den immer glei­chen Infor­ma­tio­nen in den Medien sollte die­ser Abend sich inten­si­ver mit den gesell­schaft­li­chen Hin­ter­grün­den der »grü­nen Revo­lu­tion« beschäf­ti­gen und dabei beson­ders auf die Stim­mung in der jun­gen Gene­ra­tion des Lan­des eingehen.

Unter dem Titel »Wir sind Iran!« – Jugend­pro­test und digi­ta­ler Wider­stand in der Isla­mi­schen Repu­blik beleuch­tete Herr Arian Fari­borz, Islam­wis­sen­schaft­ler, iranisch-stämmiger Publi­zist und Redak­teur des von der Bun­des­re­gie­rung und dem Goethe-Institut geför­der­ten Internet-Portals »Qant­ara« For­men des Wider­stan­des der ira­ni­schen Stu­die­ren­den und der vom Got­tes­staat ent­täusch­ten, vor allem städ­ti­schen, Bevölkerung.

Rund 45 inter­es­sierte und dis­kus­si­ons­freu­dige Stu­dis sowie einige Dozen­ten fan­den den Weg in die KHG. Herr Fari­borz hat uns mit sei­nen kom­pe­ten­ten und span­nen­den Aus­füh­run­gen nicht ent­täuscht. Viele Besu­che­rIn­nen, dar­un­ter auch einige Stu­die­rende mit ira­ni­scher Her­kunft, haben uns gute und aner­ken­nende Rück­mel­dun­gen gege­ben. Ganz unten einige foto­gra­fi­sche Ein­drü­cke von die­sem Abend.

Arian Fariborz

Arian Fari­borz

Die jüngs­ten Unru­hen im Iran als Folge des umstrit­te­nen Prä­si­dent­schafts­wahl­siegs von Amts­in­ha­ber Mahmud Ahma­dined­schad haben der Welt­öf­fent­lich­keit deut­lich vor Augen geführt, dass sich bereits seit lan­gem Wider­stand gegen die poli­ti­sche Herr­schaft der Mul­lahs regt.

Trä­ger des Pro­tests gegen die Staats­macht waren – wie schon wäh­rend der ira­ni­schen Stu­den­ten­re­volte von 1999, die vom Regime blu­tig nie­der­ge­schla­gen wurde-, erneut vor allem junge Men­schen in den Städ­ten des Lan­des – eine Gene­ra­tion, die mit den ursprüng­li­chen Wer­ten der Isla­mi­schen Repu­blik von vor 30 Jah­ren kaum noch etwas ver­bin­det, poli­tisch auf­be­gehrt, aber kei­ner orga­ni­sier­ten Oppo­si­ti­ons­be­we­gung angehört.

Was Irans junge Gene­ra­tion eint, ist ihr Wider­stand gegen den isla­mi­schen Des­po­tis­mus und der Ruf nach Frei­heit in einem auto­ri­tä­ren Staat, in dem öffent­li­che Kon­trolle und gesell­schaft­li­che Gän­ge­lung an der Tages­ord­nung ste­hen. Viel­fäl­tig kom­mu­ni­ka­tiv, krea­tiv und modern zugleich mani­fes­tiert sich die­ser Wider­stand – ob per SMS, Twit­ter oder auch in digi­ta­len Tage­bü­chern der per­si­schen Blog-Community, auch „Web­lo­gis­tan“ genannt.

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