»The end of the world as we know it«, ist ein Song von R.E.M. — Eine hochinteressante und aktuelle Buchveröffentlichung von Claus Leggewie und Harald Welzer greift unter dem Titel »Das Ende der Welt, wie wir sie kannten« diesen Song auf und bezieht ihn auf eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft: die Bewältigung des globalen Klimawandels und der durch unsere gegenwärtige Lebens– und Wirtschaftsweise verursachten Umweltveränderungen.
Damit wird ein Thema wieder in die Mitte der Betrachtung gerückt, das in der gegenwärtigen Wahlkampfstimmung leider arg ins Hintertreffen geraten ist: Opel und die Rettung einer maroden Autoindustrie, Streit um Steuersenkungen oder –erhöhungen, das Heilsversprechen ewigen Wachstums — all das lässt vergessen, dass wir auf dem besten Weg sind, die Zukunft der jüngeren Generationen zu verspielen.
Denn die Auswirkungen des Klimawandels werden unser Leben und unsere Kultur in einer Weise verändern, die durchaus vergleichbar ist mit den großen »Achsenzeiten« der Menschheitsgeschichte, der neolithischen Revolution vor mehr als 10.000 und der industriellen Revolution vor gerade mal 200 Jahren. Spätestens im Jahr 2050 — das hoffentlich noch viele von uns erleben dürfen — wird nichts mehr so sein wie zuvor. Je länger wir untätig warten, desto dramatischer werden die Konsequenzen sein, mit denen wir später zurechtkommen müssen.
Wir sind der Meinung, dass unsere KHG an dieser entscheidenden Zukunftsfrage nicht vorbeigehen kann. Die KHG ist niemals parteipolitisch, aber sie bezieht Position zu Fragen, die uns in Politik und Gesellschaft bewegen müssen. Das gehört zu unserer Verantwortung als Christinnen und Christen. Daher möchten wir in diesem Semester — zusätzlich zu unseren gewohnten Programmakzenten — das Thema »Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie« aufgreifen. Die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen liefert uns dazu einen aktuellen Anlass: sie beginnt in nur 76 Tagen und von ihren Ergebnissen wird es abhängen, ob wir Schritte zur Bewältigung des globalen Wandels auf den Weg bringen.
Im Augenblick arbeiten wir gerade an Möglichkeiten, dieses Thema in der KHG zu behandeln. Wir denken dabei nicht nur an Vorträge und Informationsveranstaltungen, sondern möchten Euch auch einladen, selbst aktiv zu werden und Euch für Eure eigene Zukunft einzusetzen: durch Aktionen, Unterschriften, Emails, dadurch, dass Ihr selbst zu Multiplikatoren werdet. Einige Anregungen dazu können wir Euch schon jetzt geben:
- der WWF bietet Euch die Möglichkeit, schnell und einfach Mails an alle Bundestags-KandidatInnen Eures Wahlkreises zu versenden und sie aufzufordern, sich für den Klimaschutz einzusetzen
- auf der Internetplattform avaaz.org könnt Ihr einen Appell unterzeichnen, um von den Teilnehmern der Klimakonferenz in Kopenhagen ein Abkommen mit verbindlichen Klimaschutzzielen zu fordern
Wir freuen uns sehr, wenn Ihr uns Eure Meinung über diese Initiative der KHG schreibt, uns weitere Anregungen, Fragen oder auch Kritik zukommen lasst! Auf einer eigenen Seite halten wir Euch über kommende Aktionen und Veranstaltungen zu diesem Thema auf dem Laufenden.
