Seit dem 18.11. haben die deutschlandweiten Proteste von Studierenden auch Regensburg erreicht. Nach einer Vollversammlung aller Studierenden im Audimax wurden die Hörsäle H2 und H9 besetzt. Seither finden dort Diskussionen und Beratungen statt mit dem Ziel, die Situation aller Studierenden zu verbessern, einen möglichst breiten und gerechten Zugang zu einer umfassenden Bildung zu gewährleisten und einer Verschulung und Ökonomisierung des Studiums entgegen zu wirken.
Die Aktionen laufen sehr besonnen ab und die fundierte inhaltliche Arbeit tritt von Tag zu Tag stärker hervor. Es wird deutlich, dass es bei den Protesten (entgegen einem verzerrten Bild, das teilweise über die Presse verbreitet wurde) nicht um Party und unreflektiertes Dagegen-Sein geht, sondern vielmehr um eine echte Auseinandersetzung und eine gemeinsame Suche nach besseren Lösungen. Heute (Mittwoch) zogen am Nachmittag mehr als 1500 Studierende vom Domplatz zum Campus und trugen dort ihre Forderungen vor.
Die beiden Hochschulgemeinden KHG und ESG unterstützen alle Studierenden, die sich gegenwärtig kritisch einbringen. Einige Mitglieder der jeweiligen Gemeinderäte sind aktiv an Aktionen beteiligt. In Partnerschaft mit der KHG wurde am vergangenen Dienstag auch ein Gastvortrag im besetzten H2 organisiert. Der Mainzer Medienwissenschaftler Dr. Andreas Rauscher referierte über die subversiven und gesellschaftskritischen Potentiale der Fernsehserie »Die Simpsons«.
Gerade unter einer theologischen bzw. christlichen Perspektive muss es uns darum gehen, dass Bildung einen umfassenden Aspekt beibehält und die gesamte Persönlichkeit mit einbezieht. Dazu gehört die kritische und eigenständige Auseinandersetzung mit Lehre und Forschung. Dazu gehört auch eine wissenschaftstheoretische Reflexion darüber, was in einer Gesellschaft als wichtiges Wissen zu gelten hat. Diese Inhalte können nicht einfach von Wirtschaft und Politik nach deren utilitaristischen Erwägungen festgelegt werden, sondern müssen in einem umfassenden demokratischen Prozess von allen Beteiligten gemeinsam gefunden werden.
Von seiten der KHG ist Joachim Kaiser gerne Euer Ansprechpartner für Anregungen und Ideen.

