Petition gegen Antisemitismus

Anti­se­mi­tis­mus ist lei­der in unse­rer Gesell­schaft immer noch all­ge­gen­wär­tig und bei­leibe kein Phä­no­men der Ver­gan­gen­heit. »Der Schoß ist frucht­bar noch, aus dem dies kroch.« (Bert Brecht)

Ein beson­ders kras­ses Bei­spiel für anti­se­mi­ti­sche Ste­reo­ty­pen ist seit län­ge­rem in Köln zu beob­ach­ten. Unter dem Vor­wand des Pro­tests gegen die israe­li­sche Poli­tik gegen­über den Paläs­ti­nen­sern in Gaza ist dort in unmit­tel­ba­rer Nähe des Doms ein Bild zu sehen, auf dem eine mit dem »Magen David« (umgangs­sprach­lich »Davids­stern«) gekenn­zeich­nete Per­son dar­ge­stellt wird, die ein auf einem Tel­ler lie­gen­des paläs­ti­nen­si­sches Kind mit Mes­ser und Gabel zer­schnei­det, um es zu ver­spei­sen. Abbil­dun­gen die­ser Art wur­den seit dem Mit­tel­al­ter immer wie­der gebraucht, um die soge­nannte »Ritu­al­mord­le­gende« zu schü­ren, die besagt, Juden wür­den zu Pes­sach christ­li­che Kin­der schäch­ten, um mit deren Blut ihre Maz­zen zu backen. Die Nazis haben für ihre Ver­nich­tungs­po­li­tik auf sol­che alten anti­ju­da­is­ti­schen Pro­pa­gan­dalü­gen zurückgegriffen.

Eine Online-Petition for­dert nun den Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Köln und die Ermitt­lungs­or­gane der Staats­an­walt­schaft auf, dafür Sorge zu tra­gen, dass diese ein­deu­tig anti­sem­ti­sche Dar­stel­lung ent­fernt wird. Auf der Web­site der Peti­tion sind wei­tere Infos ver­füg­bar, außer­dem besteht dort die Mög­lich­keit, selbst zu unterzeichnen.

Die KHG wird sich im Som­mer­se­mes­ter näher mit den immer noch weit ver­brei­te­ten Erschei­nungs­for­men des Anti­se­mi­tis­mus beschäf­ti­gen und dazu am 17. Mai die Leip­zi­ger Sozio­lo­gin Clau­dia Glo­bisch zu einem Vor­trags– und Dis­kus­si­ons­abend nach Regens­burg einladen.

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