Der Mensch — nur Störfaktor im Gesundheitswesen? Studientag »Medizinethik«

28. Januar 2012 (Samstag) | 10.00 Uhr - Ort: KHG-Zentrum am Weiherweg

»Der Mensch — nur Stör­fak­tor im Gesundheitswesen?«

Stu­di­en­tag Pro­fes­sion und Ethos in den Gesundheitsberufen

Das Gesund­heits­we­sen kommt nicht aus den Schlag­zei­len. Die Alters­py­ra­mide steht auf dem Kopf, immer weni­ger junge Men­schen müs­sen für die medi­zi­ni­schen und pfle­ge­ri­schen Bedürf­nisse von immer mehr älte­ren Men­schen auf­kom­men. Die medi­zi­ni­schen Mög­lich­kei­ten wer­den immer bes­ser, aber auch immer teu­rer. Pati­en­ten wie Hel­fende gera­ten zuneh­mend in das Span­nungs­feld von Tech­nik und Ökono­mie. Wie ver­än­dert sich unter sol­chen Bedin­gun­gen das Selbst­ver­ständ­nis der Gesund­heits­be­rufe? Wie ver­än­dert sich dabei auch das Ver­trauen der Hilfs­be­dürf­ti­gen in die Hel­fen­den? Die Bedürf­nisse des Indi­vi­du­ums, seine ganz eige­nen, höchst­per­sön­li­chen Kri­te­rien und Prä­fe­ren­zen für ein lebens­wer­tes Leben wer­den dabei leicht zum Stör­fak­tor für medi­zi­nisch oder sozi­al­po­li­ti­sche Defi­ni­tio­nen von Gesund­heit. Der Stu­di­en­tag lädt dazu ein, aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven die aktu­elle beruf­li­che Pro­ble­ma­tik im Gesund­heits­we­sen zu beleuch­ten und ethi­sche Zukunfts­per­spek­ti­ven aus­zu­lo­ten. Ein Haupt­vor­trag am Vor­mit­tag und Work­shops am Nach­mit­tag sowie ein Schluss­po­dium bie­ten Diskussionsanregungen.

Vor­trag

„Wenn das Lächeln ver­lo­ren­geht — Fol­gen der Ökono­mi­sie­rung im Gesund­heits­we­sen für Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen“ (PD Dr. Arne Man­zeschke, Uni Bayreuth)

Work­shops

Ver­tre­ter aus den Gesund­heits­be­ru­fen und der Seel­sorge berich­ten aus ihrer Pra­xis­er­fah­rung und geben Impulse, die die The­ma­tik aus unge­wohn­ten Per­spek­ti­ven beleuchten.

1) Juli Zeh: „cor­pus delicti“

Ein lite­ra­ri­scher und ethi­scher Blick auf die Bedürf­nisse des gan­zen Men­schen und sei­nem Wunsch nach einem Wohl­er­ge­hen, das von kei­ner frem­den Instanz regle­men­tiert wird. (Her­mann J. Eckl, Stu­den­ten­pfar­rer KHG)

2) Medi­zin am ande­ren Ende der Welt

Im Span­nungs­feld von west­li­cher „Leis­tungs­me­di­zin“, Wirt­schaft­lich­keit und Men­schen­würde: Als Ärztin unter­wegs auf den Phil­ip­pi­nen und in Nepal. Ein Erfah­rungs­be­richt. (Dr. Jose­fine Spreng, Ärztin in Nürnberg)

3) Ersatz­teil­la­ger Mensch

Die Inten­siv­sta­tion ist eine inten­sive Her­aus­for­de­rung an die Mensch­lich­keit. Die Pfle­ge­be­rufe ste­hen dort zwi­schen Hoch­leis­tungs­me­di­zin, auf­ge­reg­ten Ange­hö­ri­gen und basa­len Pati­en­ten­be­dürf­nis­sen. (Georg Nie­der­alt, Lei­ter Inten­siv­sta­tion Uni-Klinik Regensburg)

4) Gesund­heit und Ökonomisierung

(PD Dr. Arne Man­zeschke, Uni Bayreuth)

Dis­kus­sion im Plenum

Mode­ra­tion: Dr. Chris­toph Seidl, Seel­sor­ger für Gesund­heits– und Pflegeberufe

Abschluss

Kapelle der KHG

Teil­nah­me­ge­bühr / Unkos­ten­bei­trag (incl. Mit­tag­es­sen, Kaf­fee und Kuchen)

15.- EUR, für Stu­die­rende 5.- EUR

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