»Der Mensch — nur Störfaktor im Gesundheitswesen?«
Studientag Profession und Ethos in den Gesundheitsberufen
Das Gesundheitswesen kommt nicht aus den Schlagzeilen. Die Alterspyramide steht auf dem Kopf, immer weniger junge Menschen müssen für die medizinischen und pflegerischen Bedürfnisse von immer mehr älteren Menschen aufkommen. Die medizinischen Möglichkeiten werden immer besser, aber auch immer teurer. Patienten wie Helfende geraten zunehmend in das Spannungsfeld von Technik und Ökonomie. Wie verändert sich unter solchen Bedingungen das Selbstverständnis der Gesundheitsberufe? Wie verändert sich dabei auch das Vertrauen der Hilfsbedürftigen in die Helfenden? Die Bedürfnisse des Individuums, seine ganz eigenen, höchstpersönlichen Kriterien und Präferenzen für ein lebenswertes Leben werden dabei leicht zum Störfaktor für medizinisch oder sozialpolitische Definitionen von Gesundheit. Der Studientag lädt dazu ein, aus verschiedenen Perspektiven die aktuelle berufliche Problematik im Gesundheitswesen zu beleuchten und ethische Zukunftsperspektiven auszuloten. Ein Hauptvortrag am Vormittag und Workshops am Nachmittag sowie ein Schlusspodium bieten Diskussionsanregungen.
Vortrag
„Wenn das Lächeln verlorengeht — Folgen der Ökonomisierung im Gesundheitswesen für Personen und Organisationen“ (PD Dr. Arne Manzeschke, Uni Bayreuth)
Workshops
Vertreter aus den Gesundheitsberufen und der Seelsorge berichten aus ihrer Praxiserfahrung und geben Impulse, die die Thematik aus ungewohnten Perspektiven beleuchten.
1) Juli Zeh: „corpus delicti“
Ein literarischer und ethischer Blick auf die Bedürfnisse des ganzen Menschen und seinem Wunsch nach einem Wohlergehen, das von keiner fremden Instanz reglementiert wird. (Hermann J. Eckl, Studentenpfarrer KHG)
2) Medizin am anderen Ende der Welt
Im Spannungsfeld von westlicher „Leistungsmedizin“, Wirtschaftlichkeit und Menschenwürde: Als Ärztin unterwegs auf den Philippinen und in Nepal. Ein Erfahrungsbericht. (Dr. Josefine Spreng, Ärztin in Nürnberg)
3) Ersatzteillager Mensch
Die Intensivstation ist eine intensive Herausforderung an die Menschlichkeit. Die Pflegeberufe stehen dort zwischen Hochleistungsmedizin, aufgeregten Angehörigen und basalen Patientenbedürfnissen. (Georg Niederalt, Leiter Intensivstation Uni-Klinik Regensburg)
4) Gesundheit und Ökonomisierung
(PD Dr. Arne Manzeschke, Uni Bayreuth)
Diskussion im Plenum
Moderation: Dr. Christoph Seidl, Seelsorger für Gesundheits– und Pflegeberufe
Abschluss
Kapelle der KHG
Teilnahmegebühr / Unkostenbeitrag (incl. Mittagessen, Kaffee und Kuchen)
15.- EUR, für Studierende 5.- EUR
