Schon seit Beginn des Wintersemesters können wir in der Kapelle unserer Universität Regensburg die Installation »faint« — Ohn’Macht von Notburga Karl bewundern und hatten Gelegenheit, uns mit diesem Kunstwerk vertraut zu machen. Am Mittwoch, den 11. Januar werden wir das Kunstwerk in der Universitätskapelle unter verschiedenen Aspekten ausführlich vorstellen und erläutern. Prof. Dr. Christoph Wagner, Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an unserer Universität, gibt eine Einführung in die künstlerische Konzeption, einen musikalischen Akzent setzt das Ensemble Parkdeck mit Alois Späth. Alle Studierenden und Mitarbeiter der Universität sowie alle Kunstinteressierten sind dazu ganz herzlich eingeladen. Im Anschluss an die Präsentation wird ein Imbiss gereicht.
»faint« — Ohn’Macht
Eine Horizontale — ein Holzbalken — ist eingeklemmt zwischen den Betonwänden; die Neonröhren unterstützen den Eindruck von Leichtigkeit. Die Senkrechte lehnt als zweiter Balken gegen die Altarwand. Behangen mit textilen Stoffen, die im Laufe der Installation von den Gläubigen mit persönlich mitgebrachten Kleiderresten etc. ausgebaut werden soll, bildet dieser den aufgerichteten Körper. Seine Materialität entwächst der Bedürftigkeit, die den Alltag des Menschen kennzeichnet, ist greifbar und anthropomorph. Dieses Aufwärtsstreben bildet im maximalen Richtungskontrast gegen die mittels Licht immaterialisierte Horizontale eine markante, theologisch deutbare Zäsur. Im Zwischenraum zwischen Horizontalem und Vertikalem, das sich nur aus einer bestimmten Blickachse eröffnet, teilt sich auch die Spannung und Dimension mit, die je nachdem als Ohnmacht oder als Kreuz gedeutet werden kann. Freiheit bzw. Freiwilligkeit durch Dekonstruktion.



