Die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der traditionalistischen Priesterbruderschaft Pius X. verbunden mit dem Umstand, dass einer dieser Bischöfe (Robert Williamson) notorisch die Shoah leugnet und die Untaten des Nationalsozialismus verharmlost, hat zu großer Bestürzung geführt und viele Fragen aufgeworfen.
Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) Regensburg ist davon überzeugt, dass diesem beschämenden Verhalten ein breiter öffentlicher Widerspruch entgegengesetzt werden muss. Daher betonen wir, dass unsere Hochschulgemeinde sich gemäß den Erklärungen des Zweiten Vatikanischen Konzils sowie vielfacher Stellungnahmen der Kirche verpflichtet weiß, eine offene Begegnung mit der Welt und der Kultur von heute zu pflegen, für Religions– und Gewissensfreiheit einzutreten, sich für den ökumenischen Dialog einzusetzen und den interreligiösen Austausch wertzuschätzen. Besonders wesentlich ist uns die einzigartige Beziehung von Christen– und Judentum, die durch das Zweite Vaticanum und zahlreiche darauf folgende theologischen Bemühungen auf eine neue Ebene gehoben wurde, hinter die wir nicht zurückfallen dürfen.
Wir wissen auch um die besondere Verpflichtung, das Gedenken an die erschütternden Untaten des deutschen Volkes im Nationalsozialismus – darunter auch viele Christen – wachzuhalten und uns jeder Relativierung dieser Verbrechen auf das Entschiedenste zu widersetzen.
Mit Sorge beobachten wir, dass die Priesterbruderschaft Pius X. dem Zweiten Vaticanum und dessen Bekenntnis zu einem freundschaftlichen und respektvollen Dialog mit allen Menschen guten Willens ablehnend bis hin zur offenen Feindschaft gegenübersteht. In Übereinstimmung mit den deutschen Bischöfen sind wir daher der Meinung, dass eine weitere Annäherung zwischen unserer Kirche und dieser Bewegung wenn überhaupt, dann nur nach einer vorbehaltlosen und umfassenden Anerkennung der Aussagen des Konzils sowie einer klaren Entschuldigung für alle antisemitischen und rassistischen Äußerungen erfolgen kann .
Wir fordern die Solidarität aller (katholischen) Christen mit unseren verletzten Schwestern und Brüdern jüdischen Glaubens und hoffen auf eine baldige Heilung des Bruchs, der sich in unseren Beziehungen aufgetan hat.



