Erklä­rung der Hochschulseelsorger/ –innen in Bay­ern zu den aktu­el­len Studierendenprotesten

Erklä­rung der Katho­li­schen Hochschulseelsorger/innen in Bay­ern
zu den Pro­tes­ten der Stu­die­ren­den

Die Katho­li­schen Hochschulseelsorger/innen unter­stüt­zen die Anlie­gen der Stu­die­ren­den, die durch Pro­test­ak­tio­nen für die Ver­bes­se­rung der Stu­di­en­be­din­gun­gen an unse­ren Hoch­schu­len eintreten:

1. Wir beob­ach­ten, dass durch die Stu­di­en­re­for­men im Rah­men des Bologna-Prozesses Stu­die­rende zeit­lich und finan­zi­ell wach­sen­dem Druck aus­ge­setzt sind. Wir sehen, dass vor allem aus­län­di­sche Stu­die­rende und Stu­die­rende aus finan­zi­ell schwä­cher gestell­ten Fami­lien dadurch über die Maßen belas­tet wer­den. Wir unter­stüt­zen daher aus­drück­lich die For­de­rung nach mehr Chan­cen­ge­rech­tig­keit. Die soziale Lage von Stu­die­ren­den sowie Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten darf kein Hin­de­rungs­grund für ein Stu­dium sein.

2. Wir beob­ach­ten, dass durch diese Stu­di­en­re­for­men viele Stu­di­en­gänge »ver­schult« (zu starre Lehr­pläne, zu hohe Prü­fungs­dichte, über­zo­gene Anwe­sen­heits­pflicht) und ande­rer­seits die mög­li­chen Fächer­kom­bi­na­tio­nen stark ein­ge­schränkt wer­den. Wir for­dern eine »Reform der Reform«, mit dem Ziel, die neuen Stu­di­en­gänge zu ver­bes­sern. Der freien Fächer­kom­bi­na­tion und der Mög­lich­keit zu einem ver­tie­fen­den Stu­dium mit mehr Eigen­ver­ant­wor­tung der Stu­die­ren­den sollte dabei unbe­dingt Rech­nung getra­gen werden.

3. Wir beob­ach­ten, dass die den Hoch­schu­len zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel bei wei­tem nicht für eine exzel­lente Lehre und freie For­schung aus­rei­chen. Wir unter­stüt­zen daher aus­drück­lich die For­de­rung der Stu­die­ren­den (und der Hoch­schu­len) nach einer erheb­lich bes­se­ren finan­zi­el­len Aus­stat­tung der Hoch­schu­len durch den Frei­staat Bayern.

4. Wir beob­ach­ten, dass die Mög­lich­keit der Stu­die­ren­den, ihre Inter­es­sen in den Hoch­schul­gre­mien zu ver­tre­ten und damit einen wich­ti­gen Bereich ihres Lebens­um­fel­des mit zu gestal­ten begrenzt sind. Wir unter­stüt­zen daher aus­drück­lich die For­de­rung der Stu­die­ren­den nach gleich­wer­ti­ger Mit­be­stim­mung in den Ent­schei­dungs­gre­mien der Universität.

5. Wir beob­ach­ten, dass es für Stu­die­rende ange­sichts der geschil­der­ten Belas­tun­gen immer schwie­ri­ger wird, sich wäh­rend des Stu­di­ums im kul­tu­rel­len, sozia­len oder kirch­li­cher Bereich zu enga­gie­ren. Wir sehen in die­ser Mög­lich­keit zum Enga­ge­ment einen uner­läss­li­chen Bei­trag zur Per­sön­lich­keits­ent­fal­tung der ein­zel­nen Stu­die­ren­den und zur Gestal­tung gesell­schaft­li­chen Lebens, sowie eine sinn­volle und nach­hal­tige Ergän­zung der meist kogni­tiv ori­en­tier­ten Wis­sens­ver­mitt­lung an den Hoch­schu­len. Wir unter­stütz­ten daher aus­drück­lich die For­de­rung der Stu­die­ren­den nach mehr Frei­raum in der Gestal­tung ihres Studiums.

Für die Katho­li­sche Hoch­schul­ge­meinde Regensburg

Her­mann Josef Eckl, Stu­den­ten­pfar­rer
Alex­an­der Flierl, Pas­to­ral­re­fe­rent
Mar­kus Holz­ap­fel, Pas­to­ral­re­fe­rent
Andreas Härtl, Gemein­de­rat
Joa­chim Kai­ser, Gemein­de­rat
Miriam Sus­e­wind, Gemein­de­rä­tin
Monika Tschuschke, Gemeinderätin

Bei sei­nem Besuch im besetz­ten Hör­saal H 2 konnte der Gemein­de­rat Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Heu­bisch diese Erklä­rung per­sön­lich über­rei­chen!

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