Chilehilfe

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Chi­le­hilfe für bedürf­tige Studierende

Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten der Uni­ver­si­tät Regens­burg, Mit­glie­der der KHG und Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner des Erzbischof-Buchberger-Studentenwohnheimes unter­stüt­zen seit vie­len Jah­ren ein Pro­jekt von Padre Rei­naldo Orel­lana Rodri­quez in Val­pa­raíso in Chile.

Die­ses Pro­jekt besteht vor­nehm­lich aus dem Stu­den­ten­wohn­heim »Laut­aro Rosas«, das rund 30 völ­lig mit­tel­lo­sen Stu­den­ten alles gibt, was diese zum Leben und zum Stu­dium brau­chen und aus einer gro­ßen Essen­stätte für bedürf­tige Stu­den­ten. Als Gegen­leis­tung betreuen die Stu­den­ten von »Laut­aro Rosas« zusam­men mit Padre Orel­lana und vie­len Müt­tern zehn Essen­stät­ten für Kin­der in den Bar­rios von Val­pa­raíso. Hier­bei kön­nen täg­lich 800 bis 1000 Essen aus­ge­ge­ben werden.

Spen­den sind sehr not­wen­dig und wer­den gerne angenommen.

Die Kon­to­num­mer ist 114 666 1 bei der Liga-Bank Regens­burg (BLZ 750 903 00), lau­tend auf Bischöf­li­ches Jugend­amt Regens­burg, Chilehilfe.

Kon­takt­adres­sen: Kath. Hoch­schul­ge­meinde Regens­burg, Wei­her­weg 6a, 93051 Regens­burg (0941/ 92243) oder Lorenz Zell­ner, Bade­r­al­lee 13, 94405 Landau (09951÷59216)

Jah­res­be­richt 2011

„Fass ohne Boden“ ist das Wort, das ich heuer über unsere „Chi­le­hilfe“ stelle. Ich betreue sie nun im 38. Jahr und unser „Mann vor Ort“, Padre Orel­lana gestal­tet sie. Einige von Euch sind auch seit 38 Jah­ren dabei. Sie spen­den, sie spen­den immer noch und spen­den immer wie­der. Und mit vie­len ande­ren sie, warum mein Um-Spenden-Bitten nicht auf­hört – und warum ich mich dafür auch nicht ent­schul­di­gen muss. Dafür sorgt schon Padre Orel­lana mit sei­nem „Fass ohne Boden“. Die­ses Bild, das seine Arbeit cha­rak­te­ri­siert, hat durch das Erd­be­ben am 27.Februar 2010, noch eine zusätz­li­che Dra­ma­tik erfah­ren, als sei­ner „Ein­satz­zen­trale“, als dem Stu­den­ten­heim Laut­aro Rosas buch­stäb­lich der Boden ent­zo­gen wurde, das Gelände sich durch die star­ken Erschüt­te­run­gen absenkte und die Sta­bi­li­tät des Hau­ses nicht mehr gewähr­leis­tet war. Es schien in jenen Schre­ckens­ta­gen und –wochen so, als wäre hier­mit auch der pas­to­ra­len und sozia­len Arbeit des Padre oder Boden ent­glit­ten.
Ihr könnt viel­leicht ver­ste­hen, wie es ihm damals ging?

In sei­nem Brief vom 29.12.2011 schreibt nun Padre Orel­lana: „In Bezug auf das Haus Laut­aro Rosas haben wir das Not­wen­digste an Repa­ra­tu­ren getä­tigt. Die Schä­den waren groß, aber dank Eurer Hilfe haben wir das Wich­tigste geschafft. Es hatte den Anschein, als würde Laut­aro Rosas nicht mehr auf die Beine kom­men. Aber es geschah ein Wun­der. Im Januar 2011 konn­ten bereits wie­der 20 Stu­den­ten ein­zie­hen, dort leben, Ver­pfle­gung fin­den und von dort die Essen­stät­ten für Kin­der versorgen“.

Diese sechs Essen­stät­ten funk­tio­nie­ren nach den Anga­ben von Padre Orel­lana zur Zeit sehr gut, vor­sor­gen täg­lich 450–500 Kin­der, und jetzt auch noch bedürf­tige Erwach­sene, Arbeits­lose und alte Men­schen, die oft aus einem unvor­stell­ba­ren Elend kom­men. Die Kin­der ste­hen natür­lich abso­lut im Vor­der­grund, aber was soll man machen, wenn auch andere an die Türe klop­fen … Die Arbeit in den Come­do­res, so hei­ßen die Essens­stät­ten auf Spa­nisch, ist ohne eine grö­ßere Anzahl von Müt­tern nicht denk­bar. Sie ist aber auch nicht durch­führ­bar ohne die Mit­hilfe der Stu­den­ten von Laut­aro Rosas, die ein­kau­fen, die die Lebens­mit­tel (vor allem Ries, Nudeln, Kar­tof­feln, Mehr, Lin­sen, Boh­nen, Öl usw.) über viele Kilo­me­ter mög­lichst unfall­frei in die Bar­rios (Stadt­rand­vier­tel) brin­gen, die mit den Müt­tern die Kin­der betreuen, so sel­ber sozia­les Ler­nen üben und es Ande­ren nahe brin­gen. „Wir machen, was wir kön­nen – mit den Mit­teln, die wir haben“ — resü­miert Padre Orellana.

Natür­lich brau­chen diese mit­tel­lo­sen Stu­den­ten aus allen Tei­len des 4000 km lan­gen Lan­des auch etwas zu essen, sie brau­chen zum Stu­dium Com­pu­ter, müs­sen hohe Stu­di­en­ge­büh­ren auf­brin­gen, bre­chen sich beim Fuß­ball­spiel den Arm oder ein Blind­darm mel­det sich. Spä­tes­tens hier weiß der Padre oft nicht mehr wei­ter. Und der Blick zum Him­mel genügt da nicht. Hier hel­fen nur irdi­sche „Bezie­hun­gen“. Glück­lich, wer einige hat! Aber immer wie­der erfah­ren Stu­den­ten, Kin­der und Bedürf­tige, dass sie etwas wert sind, dass sie zumin­dest dem Padre etwas wert sind, wenn er oft der ein­zige „Ange­hö­rige“ ist, der an ein Kran­ken­bett kommt.

Lei­der konnte 2011 dür­fen die wegen „Eigen­be­darf“ gekün­digte Essen­stätte für Stu­den­ten kein uni­ver­si­täts­na­her Ersatz gefun­den wer­den. Essens­bons sind im Moment neben der beeng­ten und uni­ver­si­täts­fer­nen „Not­kü­che“ von Laut­aro Rosas der ein­zige Ersatz. Außer­dem könnte gerade die­ser Sek­tor eine kräf­tige Spen­den­spritze aus Europa brauchen!

Stadt­pfar­rer Josef Geis­mar, ein Freund von Padre Orel­lana, fasst seine Wert­schät­zung für die­sen Pio­nier des Guten und seine groß­ar­tige Arbeit so zusam­men: „In den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren besuchte ich ein­mal im Jahr Padre Orel­lana und seine Pro­jekte. Ich bewun­dere sei­nen Opti­mis­mus, seine Gabe, aus einem bunt zusam­men­ge­wür­fel­ten Hau­fen von Stu­den­ten im Haus Laut­aro Rosas und aus Fami­lien in den Armuts­vier­teln Teams zu for­men, um jun­gen Men­schen, Fami­lien und beson­ders Kin­dern neue Chan­cen und Lebens­per­spek­ti­ven zu eröff­nen. Neben sei­ner Arbeit als Pro­fes­sor an der Kath. Uni­ver­si­tät und sei­nen seel­sor­ger­li­chen Ver­pflich­tun­gen ist er mit gro­ßen Her­zen und gan­zen Ein­satz seit Jahr­zehn­ten für Kin­der und Jugend­li­che da. Und ich hoffe im Inter­esse die­ser Men­schen noch viele Jahre“ Was Padre Orel­lana in sei­ner Ein­fach­heit wie immer so kom­men­tie­ren würde: „Hasta Dios quiere“! Das heißt: „Solange Gott will“!

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